Tabletop (TT) ist ein taktisches, sozial interaktives Spiel, welches (meist) ohne technische Hilfsmittel auskommt. In der Regel zwei, manchmal aber auch mehr Spieler, stellen ihren Figuren auf einer Spielfläche auf und versuchen in Kooperation oder Gegeneinander ein vorher festgelegtes Ziel zu erreichen. Dies kann das Finden von Schätzen, das Zerstören von Objekten, das Halten von gewissen Bereichen oder einfach das gegenseitige Ausschalten sein. Szenarien oder ganze Kampagnen ermöglichen es auch, den Spielen eine gewisse erzählerische Tiefe zu geben.

Die Figuren

Für gewöhnlich bestehen die Figuren aus Kunststoff, Zinn oder Resin. Meistens müssen sie auch erstmal zusammengeklebt werden und eine Bemalung ganz nach persönlichem Geschmack verbessert das Bild auf dem Tisch ungemein. Einige wenige Hersteller bieten aber auch fertige, vorkolorierte Miniaturen an und das Angebot an Hilfsmittel zum schnellen und einfachen Bemalen wächst stetig. Dazu finden sich im Internet hunderte Stunden an Tutorials zum Basteln und Malen für Anfänger und Profis.

Der gängige Maßstab der Figuren liegt zwischen 28-32mm. Ein Beispiel: Ist der Maßstab eines Systems mit 28mm angegeben bedeutet dies, dass die Augen der Figur auf einer Höhe von 28mm liegen. Die ganze Figur ist demnach etwa 3cm groß, ungefähr vergleichbar mit einem LEGO-Männchen. Die Maßstäbe reichen von ca. 6 bis 54mm.

Hin und wieder werden auch Größenangaben des historischen Modellbaus benutzt. So ist beispielsweise das Spiel Bolt Action mit einem Maßstab von 1:56 angegeben, oder die Schiffe von Black Seas mit 1:700

Der Spieltisch

Die Spielfläche auf der gespielt wird, kann eine aufwändig gestalteten Spielplatte, ähnlich dem Modell-Landschaftsbau sein. Auf dem Küchentisch verteilte Kartons, Schachteln und Salzstreuer tun es aber ebenfalls. Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr ausrollbare Spielmatten (ähnlich dem Autoteppich für Kinder) welche mit unterschiedlichen landschaftlichen Motiven bedruckt sind, die jede Oberfläche ohne Aufwand bedeutend aufwerten. In Kombination mit komplett fertig erwerbbaren Geländestücken, wie zum Beispiel Wäldern oder ganzen Gebäuden, lassen sich mit wenig Aufwand beeindruckende Schlachtfelder kreieren.

Die Spielsysteme

Wie fast überall im Unterhaltungsbereich gibt es kaum etwas, dass es nicht gibt.
Ob man Abenteuer in den napoleonischen Kriegen, im Mittelalter, im Wilden Westen, im 2ten Weltkrieg, in Fantasiewelten oder in der fernen Zukunft erleben möchte, ist jedem selbst überlassen.
Schiffe im Meer, Schiffe im Weltraum oder Autos auf der Straße gibt es genauso wie Football, Fußball und Sci-Fi-Ball.
Star Wars, Der Herr der Ringe, oder Game of Thrones haben jeweils eigene Spielsysteme und Miniaturen.
Batman, Marvel oder DC als Ganzes (enthält ebenfalls Batman).
Fallout, The Elder Scrolls oder Dawn of War. Moment…

… Bei Warhammer Dawn of War ist es tatsächlich genau anders herum. Die Dawn of War PC-Spiele sind erst auf Basis der Geschichte des Tabletops entstanden. Genauso wie die stetig wachsende Reihe der Black Library Bücher. Warhammer 40.000 ist wahrscheinlich das bekannteste Tabletopsytem überhaupt, soweit das Warhammer immer wieder mal als Synonym für Tabletop benutzt wird, ähnlich wie Tempos und Tesa.

Der auffälligste spielerische Unterschied zwischen den Systemen ist die Anzahl an Miniaturen auf dem Tisch. Vom durch Fußball und Rugby inspirierten Guild Ball mit gerade einmal 6 Miniaturen pro Seite über große Schlachten in Warhammer mit über 100 einzelnen Miniaturen gibt es praktisch unendlich viele Abstufungen.
Regiment basierte Spielsysteme wären dabei noch ein erwähnenswerter Sonderfall. Da hier, wie der Name vermuten lässt, ganze Regimenter ins Feld geführt werden sind hier technisch gesehen sogar noch mehr Truppen auf dem Feld. In der Praxis steht ein Regiment dann allerdings auf einer einzelnen gemeinsamen Basis und somit spielt es sich wieder wie eine einzelne Miniatur.