Dulce et decorum est, pro patria mori

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Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Do 10. Mär 2011, 20:02

"Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben."

Nach diesem, Horaz zugeschriebenem, Zitat möchte ich meine beiden historischen Projekte zum Thema "Rom" betiteln. Um welche Projekte handelt es sich? Und warum gleich zwei?
Nun ja, es handelt sich einerseits um den Aufbau einer römisch republikanischen Armee des dritten vorchristlichen Jahrhunderts für Field of Glory im Maßstab 1/72 und andererseits um den Aufbau einer frühimperialen Armee im 28mm-Maßstab, angesiedelt während der Dynastie der Flavier.
Der Grund für gleich zwei Projekte liegt daran, dass ich einerseits an beiden Epochen interessiert bin, andererseits sowohl Warhammer Ancient Battles als auch Field of Glory Spielsysteme sind, die mich interessieren. Und da liegt es für mich auf der Hand, in beiden Bereichen aktiv zu werden. Hinzu kommt noch das Motto "variatio delectat", "Abwechslung macht Spaß".

In den beiden folgenden Beiträgen wird nach und nach die Entwicklung der Projekte zusammenfassend dokumentiert, nachdem ich sie im Forum eingestellt habe. Dabei soll einerseits der Bemalfortschritt gezeigt werden, andererseits will ich auch den historischen Hintergrund darstellen.

Bild Dieses Zeichen bedeutet, dass ein Teil in den beiden folgenden Beiträgen neu eingefügt wurde.
Ist es nicht schlimm: Bereits das zweite Armeebuch der neuen Edition Warhammer ist voller Armeebuchleichen.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Do 10. Mär 2011, 20:03

Rom zur Zeit der Punischen Kriege

Allgemeiner Hintergrund
- folgt -

Die Armee

Velites
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Principes
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Bild Hastati
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Bild Equites
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Do 10. Mär 2011, 20:03

Rom zur Zeit der Flavier

Allgemeiner Hintergrund
- folgt -

Die Armee

Bild Caesar Vespasianus Augustus
Als Titus Flavius Vespasianus im Jahr der Varrusschlacht geboren, gilt Vespasian als einer der besten Herrscher des römischen Reichs. Er war ein homo novus, ein "neuer Mensch", da er aus einer Familie des Ritterstands stammte und nicht aus einer alteingesessenen senatorischen Familie. Unter Claudius und Nero schlug er die politische Laufbahn, den cursum honorum, ein, die auch militärische Ämter umfasste. Unter Tiberius diente er als Militärtribun in Thrakien, unter Claudius nahm er als Oberbehfehlshaber der legio II Augusta an der Eroberung Britanniens teil. Auch wenn er bei Claudius' Nachfolger Nero zuerst in Ungnade fiel, angeblich da er während einer der musischen Darbietungen Neros einschlief, wurde er 67 n. Chr. zum Oberbefehlshaber dreier Legionen ernannt, mit denen er den jüdischen Aufstand niederschlagen sollte. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich darin, dass er von Nero trotz der mit der Aufgabe verbundenen militärischen Macht nicht als Bedrohung angesehen wurde.
Nach Neros Selbstmord im folgenden Jahr erkannte er Galba als rechtmäßigen Nachfolger an. Galbas Herrschaft dauerte nur kurze Zeit, da er 69 n. Chr. von seinem Nachfolger Otho ermordet wurde. Doch auch Othos Herrschaft dauerte nur wenige Monate: Er nahm sich nach einer verlorenen Schlacht gegen einen weiteren Anwärter auf den Thron, Vitellius, das Leben. Daraufhin proklamierten die östlichen Legionen Vespasian zum neuen princeps. In der auf die Proklamation folgenden Auseinandersetzung mit Vitellius setzte sich Vespasian durch und war somit der Sieger des sogenannten Vier-Kaiser-Jahres.
Als Staatsführer sanierte Vespasian die bankrotte Staatskasse durch die Verfolgung von Steuerschuldnern, neuen Steuern (anlässlich seiner Toilettensteuer prägte er den Satz "Geld stink nicht.") und die Kriegsbeute aus dem Jüdischen Krieg. Außerdem förderte er große Bauvorhaben wie neue Straßen in den Provinzen oder sein berühmtestes Bauwerk, das Amphitheatrum Flavium in Rom, besser bekannt als das Kolosseum.
Im Jahr 79 n. Chr. starb Vespasian, Nachfolger wurde sein Sohn Titus.
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Legatus legionis
Der legatus legionis war der Kommandant einer Legion. Er entstammte dem Senatorenstand und war im Normalfall ein ehemaliger praetor.
Im Anfall kognitiver Verknotungen bekam dieses Modell von mir den Namen C. Pecunius Talentus.
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Tribunus laticlavius
Der Tribunus laticlavius war als Mitglied des Senatorenstands (offiziell) der Stellvertreter des Legaten. Seine Dienstzeit, die im Alter von etwa 25 Jahren begann, betrug in der Regel drei Jahre und war Bestandteil des cursus honorum und somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den Senat.
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Bild Prätorianergarde
Die Prätorianer wurden nach dem praetoria, dem Bereich um das Feldherrenzelt eines Heerlagers, benannt. Augustus stellte sie als Privatarmee zum Schutze Roms auf. Nach der Auflösung der Germanischen Leibgarde durch Galba im Jahr 68 n.Chr. stellten sie die Leibgarde des princeps. Als solche stellten sie auch einen enormen politischen Faktor dar, da sie zu mehr als einer Gelegenheit Putschversuche unternahmen oder den princeps ermordeten.
Als militärische Einheit waren sie wie Legionäre bewaffnet, empfingen jedoch einen höheren Sold. Kampf sahen sie in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts jedoch kaum, ihr einziger Einsatz sollte die Niederschlagung einer Rebellion der pannonischen Legionen nach dem Tode Augustus' sein. Erst im Jahr 69 kämpften sie im Zuge des sogenannten Vier-Kaiser-Jahres erst auf Seiten Othos und später Vespasians im Bürgerkrieg. In späteren Jahren nahmen sie an regulären Feldzügen teil.
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Bild Equites singulares Augusti
Die equites singulares Augusti stellte die persönliche Reiterei des princeps dar und ergänzte die Prätorianergarde.
Die genaue Zeit der Entstehung ist nicht datiert, jedoch wird sie in der Zeit der Flavier (also genau meine Epoche) vermutet. Wahrscheinlich gab es auch davor bereits ähnliche Formationen. Wie dem auch sei, selbst denn es sie unter Vespasian noch nicht gegeben haben sollte, die Modelle sind einfach zu toll um sie nicht aufzunehmen.
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Römische Legionäre
Die kleinste taktische Einheit der Legion war die centuria. Diese bestand jedoch, anders als der Namen vermuten lässt, nicht aus 100 Kämpfern sondern aus 80, welche sich in zehn contubernia aufteilten. Hinzu kam noch weiteres, nicht kämpfendes Personal. Geführt wurde sie vom centurio. Sein Stellvertreter war der optio.
Ich habe mich der Einfachheit entschlossen, eine Zenturie durch 20 Modelle darzustellen. Meine Einheiten enthalten alle eine volle Kommandoeinheit aus centurio, cornicen und signifier. Auch wenn die traditionelle Position des cornicen in der letzten Reihe war, so platziere ich ihn bezüglich der Regellage im ersten Glied. Der optio steht auf dem Foto zwar auch im ersten Glied, eigentlich gehört er jedoch auch ins letzte. Die Umpositionierung nahm ich wegen der besseren Sichtbarkeit vor, bei Spielen kommt er dann an seinen Platz. Regeltechnisch hat er keine Auswirkungen.
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Bild Veteranen
Im Laufe der Feldzüge versorgten sich Veteranen oft mit zusätzlicher Ausrüstung. Aus den Dakerkriegen sind zum Beispiel zusätzliche Rüstungsteile wie ein Schutz für den Schwertarm überliefert.
Die benutzten Veteranen unterscheiden sich neben der zusätzlichen Panzerung auch durch zum Teil ältere Helmtypen von den anderen Legionären. Anzumerken ist, dass im Laufe des ersten Jahrhunderts wahrscheinlich kein einheitlicher Standard bei Helmen, Rüstungen und Schilden bestand.
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Bild Auxiliares
Der Hauptteil der römischen Armee bestand zunehmend aus Hilfstruppen, welche sich aus den Reihen der Provinzen und der Verbündeten rekrutierten. Nach der regulären Dienstzeit erhielten die Soldaten der auxiliares das römische Bürgerrecht.
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Equites alares
Eine römische Legion verfügten nur über etwa 150 Reiter, welche überwiegend als Meldereiter und Späher eingesetzt wurden. Die im Kampf eingesetzte Reiterei bestand aus den auxiliares angehörigen Soldaten. Reiterei war in alae organisiert, welche entweder aus 500 Mann (ala quingenaria) oder aus 1000 Mann (ala miliara) bestand und in 16 bis 24 turmae unterteilt war. Befehligt wurden sie von einem Prefekten aus dem Ritterstand.
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Leider hatte ich den Hinweis für die hier benutzten Klebebilder vergessen und die Schilde nicht in Weiß sondern in Rot angemalt. Dadurch wirken sie sehr dunkel.
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Syrische Sagittarii
Die Bogenschützen der römischen Armee gehörten zu den auxiliares und wurden vor allem aus Anatolien, Kreta, Syrien und Thrakien rekrutiert, wobei die syrischen Bogenschützen zumindest Mitte des zweiten Jahrhunderts den Großteil dieser Unterstützungseinheiten bildete. Sagittarii waren mit Helm, gladius und Dolch ausgestattet, zum Teil auch mit Kettenhemden. Der Bogen war ein Kompositbogen in Recurve-Bauweise.
Für die syrischen Bogenschützen habe ich mich entschieden, da mir die Modelle besser gefallen als die westlichen, sie gerade im Laden hingen und sie außerdem in das Konzept einer Armee Vespasians am besten passten - immerhin befand er sich zum Zeitpunkt seiner Proklamation als Oberbefehlshaber in Iudaea, um den dort tobenden Ersten Jüdischen Krieg zu beenden.
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Bild Balearische Schleuderer
Die Schleuderer der Balearen waren in der Antike begehrte Söldner. So kämpften sie während der Punischen Kriege vor allem auf Seiten Karthagos und nach der Niederlage in römischen Diensten.
Leider war der Blister ungünstig gepackt, so dass ich von zwei der drei unterschiedlichen Modellen nur jeweils ein Exemplar im Blister hatte. Über die Nachwirkungen dieser Söldner gab es übrigens vor kurzer Zeit auf Spiegel Online einen Artikel.
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Bild Scorpio
Jede Zenturie führte eines dieser Geschütze als Unterstützungswaffe mit sich.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » So 13. Mär 2011, 21:32

Die ersten neuen Bilder für beide Epochen wurden eingestellt, einerseits für FoG eine Battlegroup velites (4 Basen), die ich als Test bemalt habe, andererseits für WAB die Hälfte meiner hier rumliegenden Reiterei (inkl. Kommandogruppe). Zur Reiterei gibt es auch schon die ersten Hintergrundinformationen.

Eine Sache habe ich auf jeden Fall schmerzlich gemerkt. Der Preis ist nicht alles, man sollte auch auf die Qualität achten. Da sie nur ein Drittel des Preises kosteten, habe ich statt der Zinnreiterei von Warlord Games die Kunststoffmodelle von Wargames Factory genommen. Diese bieten zwar einiges an Bitz, um verschiedene optionale Waffen darzustellen und Kommandogruppen zu bauen, Dafür sind die Details allerdings, falls sie vorhanden sind, dermaßen verwaschen, dass es eine Qual war, die Modelle nach dem aussehen zu lassen, was sie sind: Pferde mit gepanzerten Kriegern drauf und keine hornlosen Kühe mit dünn bekleideten Preudo-LARPern drauf.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Fr 18. Mär 2011, 22:14

Ich habe ein paar weitere Minis (Bogenschützen und Scorpio) fertiggestellt und die Bilder mit Kommentaren eingefügt. Außerdem werden neue Bestandteile in den beiden Präsentationsbeiträgen jetzt durch ein Symbol hervorgehoben.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Mi 23. Mär 2011, 12:48

Und wieder gibt es ein paar neue Bilder. Die Kommandanten meiner EIR-Armee stehen bereit, ebenso habe ich ein Foto der ersten vollständigen Einheit Legionäre eingefügt.
Was mir natürlich nicht aufgefallen ist (und auch sonst niemandem hier im Forum), ich habe die Frontplatte am scorpio verkehrt herum angeklebt. Inzwischen habe ich den Fehler behoben, ich muss nur noch Fotos vom neu zusammengebauten (und teilweise neu bemalten) Modell machen.

Ansonsten bin ich gerade dabei, meine Auxiliarinfanterie fertigzustellen, damit ich auch davon eine Einheit einsetzen kann.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Sa 11. Jun 2011, 17:18

Lange hat sich nichts getan, eben habe ich es aber immerhin geschafft, die Principes in 1/72 abzulichten. Bei gelegenheit muss ich auch mal die restlichen bemalten EIR-Truppen ablichten.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » So 1. Jan 2012, 01:12

Da mir Aesculapius seine Gunst nicht gewährt hat, habe ich den Jahreswechsel statt mit Sekt und Party eben mit Salbeitee und dem Begrasen und Fotografieren der neusten Figuren für meine römischen Armeen verbracht. Jedenfalls musste ich feststellen, das mir allmählich die frühimperialen Römer ausgehen. Andererseits, inzwischen hat sich für Warhammer Ancient Battles bzw. Hail Caesar eine ganz ansehnliche Armee angesammelt. Jedenfalls habe ich (bis auf eine Einheit Auxiliares, die zu fotografieren ich vergaß) alles Bemalte mal fertig eingefügt.
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Re: Dulce et decorum est, pro patria mori

Beitrag von Eversor » Do 5. Jan 2012, 03:43

Ich habe oben noch schnell meinen General eingefügt, Kaiser Vespasian.
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